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Out of Uppen

Der Teufel ist ein Eichhörnchen

Donnerstag, September 04, 2008

Die Dame am Empfang lächelt mich strahlend an und fragt mich nach meiner Zugehörigkeit.
Ich erwidere den Blick etwas verwirrt - "Wie, welche Zugehörigkeit?"
Freundlich bemüht blättert sie ihre Listen durch, stutzt nach einigen Sekunden und fragt dann erleichtert: "Oder sind Sie sind XY!?"
Ich nicke leicht, während sie mich ehrfurchtsvoll passieren lässt.
Die Gäste an der Garderobe stehen dicht gedrängt. Ich beginne, meinen Mantel auszuziehen als die Hände eines geübten Herrn mir plötzlich fließend aus dem Ärmel helfen. Er reicht die Jacke zuvorkommend an den Mitarbeiter hinter der Garderobe weiter bevor er sich seiner eigenen entledigt. Ich suche das Buffet. Scheinbar endlose Gänge winden sich durch das Gebäude, überall stehen Gäste herum, tanzen, trinken, lachen. Wie von Zauberhand weichen sie meinen Schritten aus, niemand rempelt mich an, keiner steht im Weg. Ein 1.60cm Jude-Law-Mini-me zieht in letzter Sekunde seinen Bekannten zur Seite, der den schmalen Flur zwischen Bar und Restaurant blockierte. Ein Uneingeweihter wohl.
Am Buffet erschließt sich mir die Anstell-Mechanik nicht sofort. Macht nichts, ich greife einfach mitten durch die Schlange nach einem Teller, einer der Wartenden dreht sich um, lächelt und reicht mir Besteck.
"Salz und Pfeffer?" ruft er mir noch lächelnd nach, doch ich bahne mir bereits meinen Weg zur Bar. Obwohl es nichts zu bahnen gibt. Bis...
...bis eine zierliche Blondine meinen Oberarm mit der Eloquenz eines Zitronenfalters streift. Erschreckt wirbelt sie herum, entschuldigt sich vielfach und bietet mir für ihre Unachtsamkeit einen Drink an. Gerne.
Etwas später.
Ich suche die Toilette und halte den erstbesten Gast an, der mir entgegen kommt. Eine mittelalte Brünette lächelt strahlend, bevor sie mir den Standort aller drei sanitären Anlagen im Gebäude gestisch untermalt erklärt. Auf deutsch und englisch.
Noch später.
Die Band hat gerade die Bühne betreten und kündigt an, dass die kommende Unterhaltungszeit ca. 60 Minuten betragen werde. Genug Zeit für mich, um erneut die Bar aufzusuchen. Die Massen der Theken-Steher lichten sich wie die Wogen des roten Meeres es vor Moses taten. Der Barkeeper lächelt mich an und fragt: "Darf es noch ein Tomatensaft sein?"
Ich glaube, nächstes Jahr gehe ich wieder auf die Flugbegleiter-Party der Lufthansa.

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1 Comments:

Blogger ramses101 said...

Von Hörnchenpartys kann ich jedenfalls nur abraten. Die Viecher sind gefährlich:

http://www.evilmilk.com/pictures/Who_Needs_Nuts.jpg

08 September, 2008 12:50  

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Am Ende kackt die Ente.



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