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Out of Uppen

Der Teufel ist ein Eichhörnchen

Mittwoch, Mai 09, 2007

Traumdeuter, anyone?

Ich sitze an meinem Schreibtisch. Das Telefon klingelt. Laut. Ein schrecklicher Ton.
Ich hebe den Hörer ab.
Es ist der Kunde. Seine Stimme klingt seltsam verzerrt. Ein bisschen wie die der Lehrerin der Peanuts. Ich verstehe nur „mehr gelb“ und irgendetwas mit „größere Schrift“. Ich fange an zu schwitzen. Mein Lieblings-Trafficer kommt um die Ecke. Er legt mir wortlos ein Layout auf den Tisch. Es blendet mich. Ich greife zur Sonnenbrille aber der Trafficer nimmt sie mir weg und zerbricht sie. In der Mitte. Meine Augäpfel stechen aber der Trafficer hält mir das Layout unbarmherzig unter die Nase. Dann weist er auf die Tür.
Dort erscheint in schwaden magentafarbenen Nebels die Beraterin. Ich mag sie, denn sie bringt mir immer Frühstück-Flakes. Doch nicht heute. Sie zieht die Stirn in Falten und wedelt mit einer ausgedruckten E-Mail. Der Luftzug weht meine fein säuberlich geordneten Papierstapel auf dem Schreibtisch durcheinander. Sie bilden eine weiß-wirbelnde Windhose die mir die Sicht raubt. Die scharfen Kanten des Papiers zerschneiden mir die Arme, als ich versuche, sie wieder zu handlichen Stapeln zusammen zu raffen. Doch dann durchschneidet ein einzelnes Blatt wie eine silberne Klinge den Papierwirbel und ich erkenne eine E-Mail-Adresse, die in Comic Sans MS darauf gedruckt ist.
Ich kann meine Augen nicht davon abwenden und wie von einer dunklen Macht getrieben tippe ich sie mit blutigen Fingern ein. Rote Schlieren auf weißer Tastatur.
Die letzte Ziffer gibt sich von alleine ein, ich sehe, dass die Enter-Taste wie von Geisterhand gedrückt wird. Der Trafficer schüttelt resignierend den Kopf. Die Beraterin formt tonlos ein Wort. Ich lese es ihr von den Lippen ab: Konkurrenzangebot. Mein Mac schreit. Und kurz bevor sich sämtliche verfügbaren Sinnesrezeptoren dem nun folgenden GAU des Grauens verschließen und ich von meinem Stuhl nach hinten in den Pappensarg geschleudert werde...
...
...wache ich auf.
Schweißgebadet.
Krame mit zitternden Finger meine Visitenkarte hervor und halte eine herzstillstandhaften Moment inne, während ich realisiere:
GOTT SEI DANK BIN ICH TEXTER!!

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Am Ende kackt die Ente.



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