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Out of Uppen

Der Teufel ist ein Eichhörnchen

Freitag, Februar 01, 2008

Tag 2: Das. Ist. Leben.

Bangkok

Die Vorraussetzungen für einen erfolgreichen Touri-Tag lassen sich medioker an.
2 Stunden Schlaf, Restalkohol, und die geplante Radtour durch Bangkok. Linksverkehrs sucks. Die erste Station, der Fischmarkt. Danach kann es nur besser werden. Wird es auch. Kleine Gassen, wir schieben durch wohnzimmerähnliche Vorplätze, deren Bewohner lächeln. Immer. Eine Gruppe Schulkinder singt uns ein Lied (oder der Frau mit der Gerte in der ersten Reihe?). Die Räder unter den Arm geklemmt geht es an Bord eines Longboats, dann durch die Kanäle (Klongs) der Stadt. Riesige Warane, sich im Fluss waschenden Menschen, wild wachsende Orchideen neben halb verrosteten Baracken, goldige Tempel neben Plattenbauten.
Und dann Grün. Noch mehr davon. Ich lege die Kamera weg. Ein Gedanke ploppt im Hirn auf: „Das. Kann dir keiner mehr nehmen.“
Heilige Welse werden mit ganzen Weißbroten gefüttert. Wir steigen wieder auf die Räder und fahren über endlose Betonpfade durch Felder und Plantagen. Hier draußen nehmen die Hunde die Rolle der Katzen ein. Aber keiner bellt. Müssen buddhistische Hunde sein.
Später.
Der Königspalast. Verhüllungszwang. Ich muss, neben dem noch semi-schicken Sari, eine Leih-Polyester-Bluse überwerfen. Der Kartenabreißer hält mich in diesem Outfit tatsächlich für eine per se geschmacksverstimmte Britin und drückt mir einen englischen Tourguide in die Hand. Und dann sehe ich nur noch Gold. Räucherstäbchen-Geruch kitzelt die Nase.
Das ist das Foto, das ich nicht geschossen habe: An einem Wandrelief arbeitet konzentriert ein Restaurator. Den Pinsel locker in der Hand, sitzt er auf einem schwarzen Regie-Stuhl auf einem Podest. Rechts und links von ihm erstreckt sich eine klassische Palast-Darstellung mit Menschen in Gold- und Brauntönen. Die Szene wird mittig nur durch seinen Rücken unterbrochen, und dem Nirvana-Shirt, das er trägt.
Noch später.
Den „Lying Buddha“ haben wir links liegen gelassen und uns wieder in die Stadt aufgemacht. Meine Zimmergenossin mit der Berliner Schnauze pfeift den Tuk-Tuk-Fahrer zusammen, weil er eine Extra-Runde mit uns gedreht hat. „Wie in Berlin, wa?!“ Die Thai-Massage abends sollte wieder fit machen, ist aber härter, als erwartet. Gezielt finden die zart scheinenden Thai-Hände böse Verspannungsklumpen und drücken (gerne auch unter Einsatz der Ellenbogen und Knie) darauf herum. Die Masse geschmolzenen Wachses, die ich bin, will jetzt ins Bett. Gay as Rentner.

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Am Ende kackt die Ente.



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